Der Golden Retriever


Gold- belegt laut Tasso Platz 3 der beliebtesten Hunderassen in Deutschland.

Historie: Über den Ursprung des Golden Retrievers herrscht  weniger Unklarheit als bei den meisten anderen Hunderassen, denn aus detailliert geführten Zuchtbüchern und präzisen Aufzeichnungen geht eindeutig hervor, dass im Jahre 1864 Lord Dudley Marjoribanks, der 1. Baron Tweedmouth, einen gelben Retriever mit welligem Fell mit einem  Tweed Water Spaniel (heute leider ausgestorben) verpaarte.  Zwischen 1868 und 1890 züchtete der Lord diese Linie dann sorgfältig weiter, kreuzte zwei  weitere Tweed Water Spaniels, zwei schwarze Retriever, einen Irish Setter und einen sandfarbenen Bloodhound  ein. 1913 wurde das Ergebnsi dieser züchterischen Bemühungen vom britischen Kennel Club als eigene Rasse anerkannt. Es existieren zwei Linien - die  meist schwerer gebaute und üppig behaarte Show-Linie und die leichtere, athletischere Arbeitslinie.

Verwendung: Der Golden Retriever wurde für die Jagd gezüchtet. Seine Aufgabe war es, geschossene Vögel zu apportieren (engl.: to retriev = zurückbringen). Das  erlegte Federvieh musste er oft aus dem Wasser bergen, was seine besondere Vorliebe für das nasse Element erklärt. In aller Regel sind "Goldies" sehr gute Schwimmer. Neben ihrer ursprünglichen Verwendung kommen diese Hunde heute überdurchschnittlich oft als Behindertenbegleithund, z.B. als Blindenführhund, Assistenzhund oder Gehörlosenhund zum Einsatz. Auch im Rettungshundebereich sowie als Sprengstoff- oder Drogensuchhund leisten sie hervorragende Dienste. Am häufigsten  findet man den Golden Retriever heute aber in Familien. Seit den 1990 Jahren erlebt diese Rasse, dank häufiger Auftritte in der Fernsehwerbung, einen regelrechten Boom mit all seinen negativen Begleiterscheinungen wie verantwortungslose Massenvermehrung etc. Bei der Anschaffung auf die Wahl eines guten Züchters zu achten, empfiehlt sich also von selbst.

Charakter: Die große Beliebtheit des Golden Retrievers resultiert vor allem aus seiner Anpassungsfähigkeit, Ausgeglichenheit und Verträglichkeit  gegenüber jedem, sei es Mensch oder Tier.  Er ist sehr intelligent und arbeitet freudig. Dieser Hund will gefallen. Bei guter Zucht und Haltung erweist er sich als ruhig, aufmerksam und nicht aggressiv.  Unbedingt zu erwähnen ist  seine  extreme Fixiertheit auf Menschen, ganz besonders auf Kinder. Wird  ein "Goldie" von Anfang an  konsequent, mit viel Einfühlungsvermögen und selbstverständlich gewaltfrei erzogen und gefördert, dann ist er in seiner Leichtführigkeit  von anderen Hunderassen nicht zu übertreffen. Ein Schutztrieb ist praktisch nicht vorhanden. Selbst Fremden gegenüber ist er zutraulich. Man sagt ihm nach, dass er keinen Einbrecher verjagen, sondern ihn  freudig begrüßen und ihm helfen würde, das Diebesgut aus dem Haus zu tragen. Obwohl er bei schlechter Ausbildung und Führung durchaus zum Sträuner und Wilderer werden kann, ist er meist nicht wildscharf.

Haltung: Der Golden Retriever ist definitiv kein Ein-Mann-Hund, sondern gehört in eine Familie mit Kindern. Wie bei allen Jagdhunden ist seine Haltung sehr bewegungs- und trainingsintensiv.  Wird der Goldie über längere Zeit unterfordert bzw. in seinen Arbeitsanlagen nicht gefördert, dann neigt er recht schnell  dazu, unerwünschte Verhaltensweisen zu entwickeln. Normales Gassigehen reicht ihm auf gar keinen Fall, sondern es ist zwingend  erforderlich, ihn weit darüber hinaus sinnvoll zu beschäftigen. Dazu eignen sich besonders natürlich die Fährtenarbeit, Apportiertraining oder die Betätigung in einer Rettungshundestaffel, aber auch viele andere Hundesportarten, bei denen der Golden Retriever seine Nase einsetzen oder  apportieren kann. Wichtig zu wissen wäre außerdem, dass dieser Rasse selbst extrem nasskaltes Wetter nichts ausmacht, sie aber auf hohe Temperaturen sehr empfindlich reagiert.

Gesundheit: Hüftgelenksdysplasie,  Augenprobleme, Epilepsie

Geeignet für: Anfänger