Der Mischling

süßeLina2- belegt laut Tasso Platz 1 der Beliebt-heitsliste  deutscher Hundehalter.

Historie: Es gab sie immer und es wird sie gewiss immer geben - Hunde ohne verbriefte Vergangenheit,  mit höchst zweifelhafter Herkunft und ohne die Möglichkeit, auf einen berühmten Zweibeiner verweisen zu können, der sich bemüht hätte, ihrer Herkunft Schick und Klasse zu verleihen. Schon gar nicht sind  sie im Besitz eines - wie auch immer gewachsenen - Stammbaumes. Meist ist der  Vater unbekannt und die Mutter steht in dem schlimmen Ruf, es mit  der Auswahl ihrer Partner nicht sehr genau genommen zu haben. Schlimmstenfalls sind   beide Eltern unbekannt und der arme Mischling ist ein bedauernswertes Waisenkind.  Kennt man die Eltern,  liegt leider deren Herkunft meist in tiefster Dunkelheit. Manchmal kommt es vor, dass zumindest ein beteiligter Elternteil als Vertreter einer bestimmten Rasse ermittelt werden kann. Es ist jedoch ein eher selten der Fall, dass beide Eltern auf  die  Zugehörigkeit zu einer Rasse verweisen können. - und diese ist dann selbstverständlich unterschiedlich. Aber egal - das Ergebnis zählt! 

Und dieses Ergebnis sind  ganz zauberhafte und höchst liebenswerte kleine oder größere Überraschungspakete, manchmal mit ganz kuriosen  symmetrischen und proportionellen Unstimmigkeiten, aber immer mit einem großen Herzen und ganz besonderem Charme. Wer hat nicht schon Mischlinge gesehen, die mit ihrer Schönheit und Einzigartigkeit jeden Rassehund locker in den Schatten stellen? Einen großen, besonderen Vorteil haben Mischlinge auf jeden Fall: Sie sind allesamt Unikate, kein einziger schaut aus wie Fiffi von nebenan!

Verwendung: Alles ist denkbar, vieles ist möglich, weniges ist ausgeschlossen. Sind die Eltern - oder wenigstens ein Teil davon - bekannt, kann man annehmen, dass der Abkömmling zumindest einige Talente dessen geerbt hat und ihn entsprechend einsetzen. Ansonsten heißt es wohl beobachten und ausprobieren. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kann man einen Mischling jedenfalls nicht von Rassehundeausstellung zu Rassehundeausstellung schleifen.

Charakter: Auch hier hängt viel davon ab, ob man die Produktionsbeteiligten ermitteln konnte. Ist das der Fall - Glückwunsch! Wo nicht - lass Dich überraschen.

Haltung: Ganz "einfach" - so, dass sich Hund und Halter miteinander wohl fühlen, eine feste Bindung aufbauen können und eine Menge Spaß zusammen haben. Erziehung muss sein und sinnvolle Beschäftigung für Muskeln und Hirn auch.

Gesundheit: Ziemlich hartnäckig hält sich das Gerücht, Mischlinge seien insgesamt gesünder als Rassehunde. Mit Verlaub: Das ist  Unsinn! Beim Tierarzt findet man sie so oft oder so selten wie ihre rassereinen Vettern und Kusinen. Sind Papa und Mama gesund und besitzen von ihren Eltern gesunde Gene, dann wird auch der Nachkömmling beste Aussichten auf ein gesundes Alter haben. Eines aber trifft wohl tatsächlich zu - überzüchtete Mischlinge  sind eher selten anzutreffen.

Geeignet: Für jeden,  der sich berufen fühlt. Ich rate allerdings davon ab,  beispielsweise einen Mix aus Jack Russel Terrier und Französischer Bulldogge o.ä. bei sich aufzunehmen, wenn man die sechzig überschritten, das eine oder andere Zipperlein oder auch nur schwache Nerven hat. WARNUNG: Paarungsbereite Hunde lassen sich eine Menge einfallen, wenn ihnen "danach ist".  Wo ein Wille ist, findet sich nicht nur ein stilles, sondern gern auch ein erhöhtes  Plätzchen. Deshalb ist nicht auszuschließen, dass sich ein süßer kleiner Mischlingswelpe  womöglich später als Schäferhund mit krummen Dackelbeinchen und überlangem Körper entpuppt.

Aber lieb sind sie doch!